Projekt „Hiergeblieben.“

Modellprojekt bei dem Anschlusskonzepte der Integration für junge Geflüchtete (weiter-)entwickelt werden sollen.

Ansprechpartnerin Sybille Boerner
Tel. 07551 9510-260

Im Bodenseekreis wurden seit Jahresbeginn 2015 mehr als 200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen und im Rahmen der Jugendhilfe untergebracht, versorgt und betreut. Früh schon wurde deutlich, dass insbesondere die grenznahen Kreise zunächst im Rahmen der vorläufigen Inobhutnahme, der Inobhutnahme, aber auch im Rahmen von Anschlusshilfen in besonderem Maß gefordert sind. Folglich musste das Angebot der vollstationären Jugendhilfeangebote entsprechend und schnell aus- bzw. aufgebaut werden.

Zwischenzeitlich machte der Anteil der vollstationären Jugendhilfeplätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge knapp zwei Drittel des gesamten Angebotes im Bodenseekreis aus. Die Linzgau Kinder- und Jugendhilfe stellt zur Betreuung der jungen Menschen aktuell 45 Plätze in drei Wohngruppen und an vier Standorten im Bodenseekreis in Form von betreutem Jugendwohnen zur Verfügung.

Im Oktober 2017 startete ein gemeinsames Modellprojekt mit Rückenwind für Familien unter dem Titel „Hiergeblieben.“, gefördert mit Mitteln des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales (kvjs) - Landesjugendamt in Baden-Württemberg, bei dem Anschlusskonzepte der Integration für junge Geflüchtete (weiter-)entwickelt werden sollen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet durch das Institut der Fachhochschule St. Gallen.

Erste Erfahrungen in unserer Arbeit mit jungen Geflüchteten zeigten, dass die Konzepte der Erziehungshilfe nicht immer hinreichend den Bedarfslagen der jungen geflüchteten Menschen gerecht werden: flucht-, herkunfts- und bindungsspezifische, aber auch ausländerrechtliche Aspekte und beispielsweise die Medienkompetenz waren und sind Herausforderungen, die sich bisher nicht oder nur wenig in den Konzeptionen zur Betreuung von geflüchteten jungen Menschen widerspiegeln. Deshalb sind wir dabei, die Praxis zu gestalten und zu entwickeln, um die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen.

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