Jugendhilfe...und danach?

Ziel in der Linzgau Kinder- und Jugendhilfe ist es die Kinder, Jugendlichen und Familien mit dem passenden Angebot so gut wie möglich zu unterstützen, so dass sie schnellstmöglich auch ohne Jugendhilfe wieder ihren Alltag meistern können. Oft dauert die Unterstützung allerdings mehrere Jahre und manche Jugendliche gehen auch direkt aus der Jugendhilfe in die Verselbstständigung.... und was kommt danach?... wie geht es für Jugendliche nach der Jugendhilfe ohne einen  geschützten Rahmen weiter? Hier kann der Verein Care Leaver Antworten und Hilfen geben!

Care Leaver sind junge Menschen oder Erwachsene, die einen Teil ihres Lebens in Einrichtungen der Jugendhilfe (=Care) verbracht haben. Die Gründe dafür sind sehr verschieden und auch die Einrichtungsformen unterscheiden sich: Heim, Jugendwohngruppe, Pflegefamilie oder Erziehungsstelle, Kinderdorffamilie oder andere betreute Wohnformen. Immer aber waren oder sind diese Orte für die Jugendlichen bedeutsam und mit wichtigen Erfahrungen verbunden. Für manche war es ein zweites Zuhause, verbunden mit viel Unterstützung, für andere nur eine Lebensstation unter mehreren. In der Regel verlassen die Jugendlichen die Hilfe zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr (=Leaver). Dabei ist der Übergang in ein selbstständiges Leben für die Jugendlichen nicht immer einfach und zum Teil mit großen Hürden verbunden.

Mit welchen Herausforderungen sind Care Leaver konfrontiert?

mit einer krisenbehafteten Biographie im Gepäck starten sie ihr Leben auf eigenen Beinen. Bei vielen dieser Jugendlichen (die Fachszene spricht von „Care Leavern“) fehlt auch nach Ende der Jugendhilfe eine stützende Familie mit der entsprechenden sozialen, emotionalen und materiellen Rückendeckung. Hinzu kommt, dass Ausbildung oder Studium manchmal noch nicht abgeschlossen sind. Nicht selten ist das Geld zum Monatsende hin knapp. Beim Berufseinstieg, in den ersten Jahren in der eigenen Wohnung, beim weiteren Schulbesuch, in Krisen oder während der ersten Schwangerschaft fehlt bei vielen Care Leavern jene  alltägliche, soziale und finanzielle Unterstützung, die bei anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen vielfach die Familien oder andere Bezugspersonen gewährleisten.

Ämtergänge sind für Care Leaver daher nichts Ungewöhnliches. Bei Behörden oder der Antragstellung für staatliche Leistungen sind Care Leaver häufig mit für sie unangenehmen Fragen nach der Herkunftsfamilie konfrontiert. Gleichzeitig fehlen vertraute Ansprechpersonen, Freunde, Begleiter, die hier zur Seite stehen oder auch mal in einer Notlage unter die Arme greifen könnten.

Zwar gibt es eine große Palette an staatlichen Unterstützungsleistungen in der Übergangszeit in ein eigenverantwortliches Leben, die einzelnen Hilfesysteme sind aber für die jungen Menschen nur schwer zu durchschauen, die Zugänge oftmals diffus, kompliziert und unpersönlich. Welche Behörde ist wofür zuständig? Welche Nachweise sind zu erbringen? Welche Voraussetzungen gibt es? Nicht selten wird der Behördendschungel den Jugendlichen eine zusätzliche Last, wenn Behörden auf die Zuständigkeit anderer Instanzen verweisen.

Es ist gut den Übergang aus der Jugendhilfe in ein eigenverantwortliches Leben nicht alleine zu gehen! An dieser Stelle setzt das Projekt "Care Leaver" an.

Wer wird angesprochen?

Die Homepage und Angebote richten sich an Care Leaver, die Unterstützung im Übergang und ihrem weiteren Lebensweg brauchen, die sich gerne treffen, vernetzen, austauschen und solidarisieren wollen mit anderen Care Leavern.

Mit der Homepage sollen aber auch Einrichtungen angesprochen werden, die junge Menschen in die Selbstständigkeit begleiten, mit Care Leavern in Kontakt stehen und die sich Gedanken dazu machen wollen, wie die Übergänge besser gestaltet werden und Care Leaver zukünftig mehr Unterstützung finden können.

Zur Webseite von Care Leaver Baden-Württemberg