Heimdebatte und das Linzgau

Das ehemalige Linzgau Kinder- und Jugendheim besteht seit 1965.

Seit dieser Zeit wurden viele Kinder und Jugendliche in unserer Einrichtung betreut und begleitet. Wir wissen, dass Abhängigkeits- und Machtverhältnisse, die auch in erzieherischen Beziehungen Thema sind, von Tätern genutzt werden, um Schutzbefohlenen sexuelle Gewalt anzutun. Anlässlich der bekannt gewordenen Fälle von sexueller Gewalt in Einrichtungen der Jugendarbeit und Jugendhilfe mussten wir leider erfahren, dass einige der heute Erwachsenen in den 1970er-Jahren leidvolle Erfahrungen in unserer Einrichtung machen mussten. Auch wenn dies nicht entschuldbar ist, bitten wir ausdrücklich um Verzeihung dafür!

Sollten Sie Erfahrungen in unserer Einrichtung gemacht haben, die Ihnen Leid und Schmerz zugefügt haben, bitten wir Sie, sich bei der Anlauf- und Beratungsstelle „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ in Baden-Württemberg zu melden.

Kontakt und Informationen hierzu finden Sie hier

Roland Berner
(Vorstandsvorsitzender, Linzgau Kinder- und Jugendhilfe e. V.)


Wir unterstützen die Kampagne: Kein Raum für Missbrauch

Das Thema sexuelle Gewalt hat uns im Linzgau in den vergangenen Jahren hauptsächlich in Bezug auf die Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. Es gibt aber auch immer aktuelle Anlässe und Übergriffe zwischen Schutzbefohlenen, die uns zu professionellem Handeln und zur Auseinandersetzung mit dem Thema auffordern.

Wir wollen und werden uns intensiver mit dem Thema: „Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt im Linzgau“ beschäftigen. Dabei kommt uns sehr entgegen, dass es eine bundesweite Kampagne gibt, verantwortet durch den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.Der Unabhängige Beauftragte, Herr Rörig, begleitet und unterstützt die Umsetzung der Empfehlungen des von der Bundesregierung eingesetzten Runden Tisches „Sexueller Missbrauch“.

Der Appell „Kein Raum für Missbrauch“ richtet sich an die gesamte Öffentlichkeit. Ziel ist ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexuelle Gewalt. Jede und jeder Einzelne in der Gesellschaft soll sich mit dem Thema auseinandersetzen und aktiv dazu beitragen, sichere Räume für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Sie wendet sich insbesondere auch an Fachkräfte in Einrichtungen.

Wir unterstützen die Kampagne! Informationen hierzu finden Sie hier